Seminare für Erwachsene und Multiplikatoren

Angebote aus dem Bereich „Polititische Bildung & Demokratie-Lernen“

Identitätspolitische Ansätze im Dilemma: zwischen Machtkritik und Fehlerkultur, Spaltung und Bündnisgemeinschaft
Fachtagung für Trainer*innen und Multiplikator*innen der politischen Bildung

  • Termin: 25.06.2021 – 27.06.2021
  • Dozenten: Dozentin & Dozenten: Susanne Ulrich, Florian Wenzel, Prof. Dr. Tilman Eckloff | Päd. Mitarbeiterin: Gabriele Wiemeyer
  • In Kooperation mit: Centrum für angewandte Politikforschung (CAP), München
  • Beitrag: 195 – 250 €

Trainer*innen oder TrainerInnen oder Trainerinnen und Trainer oder Trainer/-innen oder Trainer_innen oder Trainer:innen? Wie sollen wir die Zielgruppe dieser Veranstaltung ansprechen?
Ist das wichtig? Ja, selbstverständlich. Denn Sprache konstruiert Wirklichkeit und die Form der Ansprache exkludiert oder inkludiert. Kritiker*innen halten dagegen, der identitätspolitische Diskurs handele nicht von Politik, sondern von Zeichen. Ist Sprache also wirklich immer schon Handlung? Oder „verschlingt uns Zeichenpolitik wie Treibsand.

Je heftiger man dagegen anstrampelt, desto heftiger versinkt man in ihr („Identitätspolitik ist Zeichenpolitik“*1). Dies ist nur ein Dilemma identitätspolitischer machtkritischer Ansätze. Andere Spannungsfelder ergeben sich, z.B. im Kontext der „Critical Whiteness“-Theorie daraus, dass Worte oder Taten immer nach dem Sprecher*innen-Standort beurteilt werden sollen oder müssen. Soll diese Veranstaltung offen ausgeschrieben sein? Oder getrennt für „Weisse“ und „People of colour“. Denn gefordert werden ja Safe-Spaces für PoC, von weissen Machtstrukturen freie Orte. Bedeutet das befreiende Anliegen dieses Antirassismusansatzes „neues Stammesdenken“?*2), wie Kritiker*innen sagen, und in der Konsequenz Segregation?
Übersehen wir, wer applaudiert und genüsslich die Spaltung des linken und linksliberalen Lagers aufgreift? (und „national befreite Zonen“ als safespaces für Weisse postuliert) Und wenn es mehr drauf ankommt, wer was sagt, als was gesagt wird, schlägt dann das Befreiungsziel um in Unfreiheit durch autoritäre (Sprach-+Sprech-) Verbote, wie Kritiker*innen zu Bedenken geben und anführen: “Wenn Rechte nicht erkämpft, sondern, Privilegien gestrichen werden, dann ist das Maß für gesellschaftliche Fortschritt nicht gewonnene Freiheit, sondern gleich verteilte Repression.“*3

Sind dies nur die Bedenken von privilegierten Weißen, die nicht mehr über PoC urteilen und bestimmen dürfen? Verwechseln diese ihre „White Fragility“*4) mit „Identitätspolitik“? Ist die Einteilung in PoC, Weisse, Hetereosexuelle und LGTBQA+ in der Tat eine Einteilung in Opfer und Täter*innen? Wird dabei Raum für Differenzierung, für Solidarität und Bündnispartnerschaft verschenkt – oder eher ermöglicht? Wie groß ist die Spaltung entlang dieser Fragen schon - „eigenen Lager“ („Linksliberale“ und „Linksidentitäre“ *5) Wie groß ist die Verunsicherung? Brauchen wir nicht „unendliche Solidarität“? *6


Die Veranstaltung lädt dazu ein, sich diesen Fragen und Dilemmata zu stellen, Konsequenzen für das eigene politische und pädagogische Handeln (selbst-) kritisch zu reflektieren, innere und äußere Kontroversen zu begrüßen und dadurch der Verhärtung in den Positionen und einer Spaltung entgegenzuwirken.
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*1) Lars Weisbrod „Warum man nicht mehr Identitspolitik sagen sollte...“ ZEIT 17.9.2020
*2) vgl. Miriam Lau in „Dein Glück ist mein Unglück“, ZEIT , 25.7.2019
*3) Leo Fischer in „Beißreflexe“, Hrsg: Patsy Lamour Lalove., zitiert nach ZEiT, 25.7.2019
*4) vgl. Robin DiAngelo „White Fragility – why it`s so hard for white people to talk about racism“, 2018
*5) vgl. Justus Bender: „Links-Liberal-Identitär“. FAS,2.8.2020
*6) Marina Weisband: „Warum bekämpfen wir Linke uns so oft gegenseitig“? , ZEIT, 9.7.2020


    Susanne Susanne Ulrich

    Susanne Ulrich

    Politikwissenschaftlerin, München. Leiterin der Akademie Führung & Kompetenz am CAP München, langjährige Tätigkeit im Projekt „Erziehung zu Demokratie und Toleranz“, Schwerpunkte: Konflikt- und Diversitymanagement, Demokratie- und Toleranzerziehung, Entwicklung und Adaption neuer Konzepte für die politische Bildung, Trainer/innen-Ausbildung, Evaluation und Qualitätssicherung

    Florian Florian Wenzel

    Florian Wenzel

    Sozialwissenschaftler, Sonnendorf. Studium der politischen Theorie, Philosophie und Erwachsenenpädagogik in Edmonton (Kanada), Essex (Großbritannien) und München. Zertifizierter Prozessbegleiter für Open Space und Appreciative Inquiry. Von 1999 - 2003 wissenschaftlicher Mitarbeiter des Projektes „Demokratie und Toleranz“ am Centrum für angewandte Politikforschung (CAP) München. 2003-2011 Mitarbeiter der „Akademie Führung & Kompetenz“ am CAP (www.cap-akademie.de). Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Netzwerk politische Bildung Bayern (www.politische-bildung-bayern.net). 2011 Gründung von "peripheria.de - Bildung und Begegnung"(www.peripheria.de). Arbeitsschwerpunkte: Veranstaltungsdesign, Interaktive Moderation, Wertschätzende Prozessbegleitung, Partizipative Evaluation, Weiterbildung.

    Tilman Tilman Eckloff

    Prof. Dr. Tilman Eckloff

    . Professor für Wirtschaftspsychologie an der Business School Berlin. Gründer des Beratungsunternehmens re|spic|ere. Als Berater, Coach und Trainer in den Bereichen Kommunikation, Konflikt, Kooperation und respektvolle Führung im privaten wie öffentlichen Sektor in und außerhalb Deutschlands tätig. Zertifizierter Betzavta-Ausbilder.


    Gabriele Gabriele Wiemeyer

    Gabriele Wiemeyer

    Diplom-Sozialwirtin, Bad Bevensen. Langjährig in der (internationalen) politischen Bildung tätig. Schwerpunkte: Trainings und Qualifizierungen für Multiplikator*innen zur Erweiterung transkultureller Kompetenzen, Konfliktbearbeitung und Demokratie-Lernen. Zertifizierte Ausbilderin für das Demokratie-Programm „Betzavta-Miteinander“.

Beitrag: Zimmer Kosten *)
Beitrag DZ/VP 250 €
Beitrag EZ/VP 280 €
Beitrag ermäßigt (für Studierende und Erwerbslose) DZ/VP 195 €
Beitrag ermäßigt (für Studierende und Erwerbslose) EZ/VP 225 €

*) Alle Preisangaben inkl. MwSt.

Alle Beiträge beziehen sich auf Programm, Vollverpflegung – natürlich auch vegetarisch – und Unterbringung pro Person in der angegebenen Zimmerart mit Dusche/WC. Ausdrücklich angegebene Beiträge mit Unterbringung im Einzelzimmer (EZ/VP) enthalten bereits den jeweils gültigen Einzelzimmerzuschlag. Teilnehmende aus der Region, die nicht im Hause übernachten: Bitte Re­duk­tion er­fragen.


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Gustav Stresemann Institut in Niedersachsen e. V.
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Tel.: (0 58 21) 9 55-0, Fax: (0 58 21) 9 55-29 9


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Interkulturelle- & Demokratie-Kompetenzen
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